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FAQ Lexan Karo lackieren

in FAQ´s 27.12.2012 17:28
von Spanier Meister 6000-9999 Punkte | 878 Beiträge | 9806 Punkte

Will man zum ersten Mal eine Lexan-Karosserie lackieren, so sollte man diese kleine Anleitung unbedingt lesen. Der Paintjob ist zwar sicherlich Übungssache, aber viele Fehler lassen sich vermeiden.



Benötigtes Material:

Karosserie aus Polykarbonat (Lexan)
Farbe (Lexan-Spray)
Masking Tape (alternativ Klebeband)
Lexan-Schere (alternativ Nagelschere)
Karosserie-Lochbohrer (alternativ Bohrer)
Skalpell (alternativ Cuttermesser)
feinen Permanentmarker (Folienstift)
Schmirgelpapier
Spülmittel (oder Bremsenreiniger)
fusselfreies Papiertuch (oder ähnliches)



Den meisten Auto-Modellbausätzen liegt die Karosserie unlackiert bei. Im Normalfall handelt es sich dabei um Lexan-Karosserien (durchsichtiges, dünnes Material). Seltener findet man auch Karosserien aus ABS-Kunststoff. Diese „Hartplastik-Karosserien“ sind dann erheblich dicker, schwerer und nicht durchsichtig.

Lexan-Karosserien werden auf der Innenseite lackiert, auf der Außenseite befindet sich in der Regel ein entfernbarer Schutzfilm. Dieser Schutzfilm sollte zunächst nicht abgezogen werden!
Nur ABS-Karosserien („Hartplastik“) werden auf der Außenseite lackiert. Auch für diese Karosserien gibt es spezielle ABS-Farben.


Wichtig: Je nach Kunststoff muss die richtige Farbe verwendet werden! Für Karosserien aus Lexan muss man Lexanfarbe verwenden! Verwendet man den falschen Spray, so wird die Lackierung entweder gar nicht haften oder sehr schnell abplatzen!


Karosserie ausschneiden:

Auf der Unterseite der Karosserie befindet sich der Tiefziehrand . Dieser Rand ist sehr steif und ist in aller Regel beim Schneiden störend. Es empfiehlt sich zunächst diesen Teil mit der Lexan-Schere zu entfernen: Die Karosserie also zunächst nur grob ausschneiden, sodass etwa 5 bis 15mm Material an der Karosserie verbleiben.

Erst im zweiten Schritt wird entlang der Karosseriekonturen geschnitten. Die Schnittkanten sind (praktisch immer) als Konturkante in der Lexanform abgebildet. Entlang dieser Kante wird geschnitten: Hierzu gibt es zwei Methoden, die man wahlweise probieren kann:

Schneiden mit der Schere. Wer keine Lexan-Schere hat, kann auch eine kleine Nagel-Schere verwenden. Hilfreich ist allerdings, wenn die Scherenklingen leicht gebogen sind. Speziell in den Rundungen der Radkästen.
Anritzen des Lexan (von außen mit dem Skalpell) und anschließendes Abbrechen des Randes...


Welche Methode man verwenden will, ist eine Frage des Geschmacks. Bei der Skalpellmethode ist jedoch zu beachten, dass es nicht darum geht das Material durchzuschneiden: Anritzen reicht vollkommen. Natürlich kann man auch beide Methoden kombinieren: Beispielsweise die Schere für die Radkästen und das Skalpell in den geraden Schnittbereichen.

Tipp: Manchmal kann es vorkommen, dass man sehr kleine Ecken schneiden muss. Meistens geht das sowohl mit dem Messer als auch mit der Schere sehr schlecht: Man kommt einfach nicht vernünftig „um die Ecke“. In diesem Fall kann der Karosserie-Lochbohrer helfen: Man setzt den Bohrer außerhalb der Ecke an und bohrt bis zu der gewünschten Größe. Geschnitten wird dann tangential zur Bohrung.

Hat man die Karosserie erfolgreich vom Rest getrennt, so kann man mit Schmirgelpapier noch die Schneidkanten einglätten: Man arbeitet mit dem Schmirgelpapier einfach der Kante entlang. Auf diese Art kann man auch noch kleinere Schneidfehler korrigieren und Ecken ausrunden. Zu tiefe Schnitte (quasi Risse) sollte man unbedingt mit dem Schmirgelpapier korrigieren, weil an diesen Stellen später ... zum Beispiel nach einem Crash ... das Lexan brechen wird.

Tipp: Die Lexanreste nicht sofort in den Abfall werfen. Eventuell kann man die Reste für Tests mit dem Farbspray (oder ähnliches) noch brauchen. Zu Bsp als schmutzfänger an der Hinterachse.


Nachkorrigieren der Form:

Im Normalfall hat man die Karosserie gemeinsam mit dem Modell gekauft und kann davon ausgehen, dass die Form sofort passt. In diesem Beispiel wurde die Lexan-Karosserie nachträglich gekauft und muss erst an den Radkästen und Kotflügeln angepasst werden. Hier hilft nur die Karosserie auf das Modell aufzusetzen und die Schnittkanten für die Korrektur mit Permanentmarker zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung erfolgt natürlich auf der Außenseite auf dem Schutzfilm – dieser Schutzfilm wird später ohnehin entfernt!

Tipp: Falls die Größe der Radkästen nicht zu den Reifen des Modells passt, kann man die Reifen (als Schablone) zur Kennzeichnung der Rundung verwenden.


Bohren der Löcher für Karosseriehalterung:

Die meisten Hersteller haben die richtige Position der Bohrungen bereits auf der Lexan-Karosserie (mit kleinen Näpfchen) gekennzeichnet. Trotzdem sollte man, vor dem Bohren, die Position überprüfen!
Die einfachste Methode ist die Karosserie auf das Modell zu setzen und die Bohrungspositionen mit dem Marker außen zu kennzeichnen. Oft kann es helfen, erst eine bestimmte Bohrung zu setzen und erst danach die anderen Positionen zu markieren.


Die Bohrungen lassen sich am einfachsten mit dem Karosserie-Lochbohrer herstellen: Mit seiner schlanken Spitze lassen sich die Bohrungen sehr exakt positionieren. Außerdem kann man damit praktisch jeden Lochdurchmesser (stufenlos) herstellen.


Reinigen der Karosserie:

Die Lexan-Farbe benötigt für gute Haftung einen sauberen, fettfreien Untergrund. Man hat aber mit Sicherheit schon jede Menge Fingerabdrücke auf der Innenseite hinterlassen, die müssen beseitigt werden.

Dazu einfach die Karosserie (vor allem auf der Innenseite) mit Spülmittel und lauwarmen Wasser reinigen. Gegebenenfalls mit einem kleinen Küchenschwämmchen (vorsichtig!) scheuern. Kleinere Scheuerspuren sind im fertig lackierten Zustand nicht mehr sichtbar.

Abschließend die Karosserie mit Wasser ausspülen und mit einem fusselfreien Tuch trocknen. Die Karosserie nicht einfach an der Luft trocknen lassen, das gibt eventuell Wasserränder...

Zum Reinigen wird statt des Spülmittels vielfach auch Bremsenreiniger verwendet.



Abkleben der Fenster:

Dazu werden die Fenster großzügig mit Masking Tape abgeklebt und anschließend die Fensterkonturen mit dem Skalpell angeritzt. Das überstehende Masking Tape abziehen.

Wer kein Masking Tape kaufen will, kann auch normales Klebeband verwenden. Das sollte man aber an den Lexanresten (... die man hoffentlich noch nicht entsorgt hat...) testen:

Nachdem man die Lackierung fertig hat, muss das Klebeband wieder möglichst rückstandsfrei herunter. Ob das nach ein paar Stunden noch möglich ist, sollte man testen...
Der Lexan-Spray (beziehungsweise die Lösungsmittel im Spray) sollten das Klebeband nicht auflösen...
Das Klebeband soll eine saubere Kante bei den Fenstern erzeugen und darf von der Farbe nicht unterlaufen werden...


Unter Umständen muss man die Karosserie jetzt nochmals reinigen, wenn man Fingerabdrücke hinterlassen hat. Vorsicht: Im Bereich der Fenster darauf achten die Abklebung nicht "herunterzuputzen".

Tipp: Wenn man vor dem Abkleben der Fenster die Konturen (der Fenster) auf der Außenseite mit Permanent-Marker anzeichnet, fällt das Ritzen der Fensterkontur deutlich leichter!


Lackieren:

Generell gilt:

Will man mehrere Farbtöne sprayen, so muss man immer mit der dunkelsten Farbe beginnen. Darauf ist natürlich schon beim Abkleben der einzelnen Farbmasken zu achten.
Dicke Farbschichten vermeiden: Je dicker die Farbschicht ist, desto stärker neigt sie später zum Abplatzen. Außerdem werden „bunte, knallige“ Farben immer dunkler, je dicker die Schicht wird.
Speziell die „bunten, knalligen“ Farben, müssen in der Regel mit einer sehr hellen Farbe hinterlegt werden um ihren Farbton zu bekommen. Im Optimalfall wird mit Weiß hinterlegt, aber auch ein helles Grau oder ein helles Silber kann verwendet werden. Will man also beispielsweise eine Karosserie in Neon-Grün lackieren, muss nach dem Neon-Grün auch Weiß lackiert (hinterlegt) werden. Auch hier bieten sich wieder Tests auf den Lexan-Resten an.
Für dunklere Farbnuancen kann man natürlich auch Schwarz hinterlegen.
Auf der Außenseite der Karosserie sollte noch immer der Schutzfilm vorhanden sein... Wenn der Schutzfilm sich an den Schnitträndern schon gelöst hat, dann sollte man ihn mit Klebeband wieder fixieren.


Man benötigt, je nach Größe der Karosserie (Maßstab 1:10) etwa 1 bis 2 Dosen (bei 100ml je Dose) der Farbe.

Das Lackieren macht man am besten an einem windstillen Tag im Freien. Der Abstand zwischen Spraydose und Karosserie sollte etwa 30cm betragen. Lackiert wird in zügigen Bewegungen, die Dose immer möglichst senkrecht halten. Niemals zu lange auf die selbe Stelle sprayen! Die Karosserie so aufstellen, dass man die Innenseite der Karosserie (speziell Dach und Seitenteile) gut erreichen kann. Nach etwa zwei Spray-Durchgängen unbedingt unterbrechen und die Farbe antrocknen lassen: Hilfreich für die Trocknung ist zum Beispiel die Karosserie etwas in der Luft zu schwenken, sodass frische Luft zum nassen Lack kommt. Man kann auch mit einem Haartrockner (Fön) nachhelfen, allerdings nur dann, wenn man beim Fön die Heizung ausschalten kann.

Vorsicht: Das Lexan wurde vom Hersteller unter Hitze tiefgezogen, dabei entstanden im Material Spannungen. Wird nun die Karosserie zu stark erwärmt (... Fön ...), dann wird das Material etwas weicher und es entstehen (auf Grund der Spannungen vom Tiefziehen) sehr rasch hässliche Dellen in der Karosserie.

Sprüht man zu viele Schichten nass über einander, entstehen sehr schnell unschöne Tränen im Lack. Die Trocknungspausen sind daher wirklich wichtig!

In den Pausen kann man die Farbschicht sehr gut im Durchlicht kontrollieren: Dabei auf allen Seiten kontrollieren, dass überall gleich viel Farbe vorhanden ist. Nachdem die Farbe getrocknet ist, kann man das Klebeband bei den Fenstern wieder entfernen. Der Schutzfilm auf der Außenseite kann jetzt auch endlich entfernt werden.


Aufkleber anbringen:

Wenn man Glück hat, sind die Aufkleber am Dekorbogen schon vorgeschnitten. Meistens muss man die Decals aber selbst ausschneiden. Präziser als mit der Schere schneidet man mit dem Skalpell.

Entstehen beim Aufkleben kleinere Blasen, so kann man versuchen diese Blasen zum Rand des Decals hinauszuschieben. Alternativ kann man mit dem Skalpell in die Luftblase stechen und so die Luft herausbekommen.

Man kann auch versuchen, die Decals kurz in Seifenlauge zu tauchen, ehe man sie aufklebt: Auf diese Art sollte sich die Position des Aufklebers noch korrigieren lassen.

Tipp: Kleine Aufkleber können mit den Fingern schwierig aufzubringen sein. Einfacher ist es, den Aufkleber mit der Klingenspitze des Skalpells zu halten. Man kann kleine Aufkleber auf diese Art sehr genau auf der Karosserie ausrichten...


Häufig gestellte Fragen:

Werden Lexan-Karosserien immer auf der Innenseite lackiert?
Ja. Bis auf ganz wenige Ausnahmen (zum Beispiel Mattierungslack).

Kann man auch zuerst lackieren und erst danach die Karosserie ausschneiden?
Ja. Aber die Gefahr, dass die Lexanfarbe an den Schnitträndern abplatzt, ist gegeben. Außerdem besteht das Risiko, dass man die Lackschicht mit der Schere (oder Lexan-Teilen) wieder beschädigt...

Muss man helle, grelle Farben wirklich mit Weiß hinterlegen?
Ja, muss man. Weiß oder eine andere blickdichte helle Farbe. Das Resultat wird sonst entweder sehr dunkel oder es wird nicht blickdicht.

Kann man zum Lackieren auch andere Farben verwenden? Zum Beispiel Lack vom „echten“ Auto?
Nein. Diese Lacke sind zu hart, sie werden bei einem Crash abplatzen.

Muss man die Karosserie vor dem Lackieren auf der Innenseite anschleifen?
Nein, muss man nicht unbedingt. Die Lexan-Farbe wird auch ohne Anschliff gut haften. Aber die Karosserie muss jedenfalls sauber und fettfrei sein.

Muss man die Lackierung innen versiegeln?
Nein, das muss man normalerweise nicht. Allerdings kann zum Beispiel eine zusätzliche, innere weiße Schicht ganz gut „versiegeln“. Insbesondere bei den Verbrennerfahrern ist das als Schutz (gegen Treibstoff, Bremsenreiniger etc.) sehr beliebt.

Von RobertvonGoes --- leicht überarbeitet von Spanier



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